Ein Feuerwerk für Rafael Nadal

Roger Federer dominierte das Halbfinale in Melbourne gegen Rafael Nadal, bis das Spiel wegen eines Feuerwerks unterbrochen wurde. Danach hatte auch der Schweizer sein Pulver verschossen.

Melbourne/Gh. Am Australia Day gibt es in Down Under normalerweise viel Bier, viel Fleisch vom Grill und das obligate Feuerwerk. Dieses Jahr stand an dem Tag, an dem der Landung der Engländer gedacht wird, auch ein Tennisklassiker auf dem Programm. Rafael Nadal und Roger Federer trafen im Halbfinale der Australien Open in Melbourne aufeinander. Das 27. Duell der beiden avancierte zu einem sportlichen Festakt. Dass ausgerechnet das „Australia-Day- Feuerwerk“ der Begegnung die entscheidende Wende gegeben hat, ist eine Ironie des Schicksals.

 60 Eigenfehler von Federer

Denn der Schweizer Roger Federer spielte anfangs großartig auf. Vor den Augen seiner Zwillinge Myla und Charlene nahm er Nadal schnell ein Aufschlagsspiel ab und führte 4:1. Die Kinder des Weltranglistendritten mussten zu Bett, sahen nicht mehr, wie sich der Spanier mit dem Rücken zur Wand gegen den Satzverlust stemmte, das Re-Break schaffte, das Tiebreak aber 5:7 verlor.

Und Nadal, die Nummer zwei der Welt, gab daraufhin im ersten Game des zweiten Satzes seinen Aufschlag ab. Federer schüttelte großartige Schläge aus dem Ärmel. Aber im nächsten Augenblick passierten ihm wiederum unerzwungene Fehler. 60 waren es am Ende. Viel zu viele gegen einen Nadal, dem im ganzen Spiel nur 15 unnötige Fehler unterliefen. Nadal kämpfte sich im zweiten Satz zurück, führte plötzlich 5:2. Doch die Partie war offen. Einzig, dass Federer in dieser Phase seine Breakchance im Gegensatz zu Nadal nicht nutzen konnte. Die endgültige Wende in diesem Spiel kam mit dem Feuerwerk. Das Spiel wurde für zehn Minuten unterbrochen. Melbournes Himmel leuchtete, und auch Roger Federer hatte an diesem Abend sein Pulver verschossen.

Nadal machte nach Wiederbeginn elf Punkte en suite, holte den zweiten Satz 6:2. Immer wieder liefern sich die beiden Superstars atemberaubende Grundlinienduelle. Wieder gelang dem 30-jährigen Schweizer das erste Break im Satz zum 4:3, doch postwendend kam sein fünf Jahre jüngerer Rivale zurück. Diesmal setzte er sich im Tiebreak durch. Und doch war es dieses Tiebreak im dritten Satz, das Federer-Fans noch hoffen ließ. Er lag bereits 1:6 zurück, wehrte vier Satzbälle ab, den fünften und letzten aber nicht. Nadal gewann das Tiebreak 7:5.

Nadals 18. Sieg gegen Federer

Der vierte Satz endete 6:4. Als Nadal auf das Match servierte, wehrte Federer einen Matchball ab, vergab dann aber zwei Breakbälle. Er verlor dieses großartige Spiel, weil er in den entscheidenden Momenten versagt hatte. „Es ist eine Ehre, gegen Roger zu spielen. Es war ein fantastisches Spiel“, sagte Nadal am Ende. Es war sein 18. Sieg gegen Federer.

Nadal spielt am Sonntag um seinen elften Grand-Slam-Titel. Sein Gegner wird heute, Freitag (ab 9.30 Uhr, Eurosport), zwischen dem Weltranglistenersten Novak Djoković und dem Schotten Andy Murray ermittelt. Im Vorjahr trafen die beiden erst im Finale aufeinander, dort spielte Djoković groß auf und holte den ersten von drei Grand-Slam-Titeln in diesem Jahr. Nur in Paris hieß der Sieger 2011 Rafael Nadal.

Was er Murray, Nummer vier im ATP-Ranking, gegen Djoković raten würden, wurde Nadal gefragt: „Ich würde Andy raten, aggressiv zu spielen. Aber mein Ratschlag wird ihm wohl nicht viel nützen, ich habe die letzten sechs Partien (gegen Djoković, Anm.)verloren“, sagte der Spanier. Ein Mal, 2009, hat Nadal in Melbourne gewonnen. Im Vorjahr schied er bereits im Viertelfinale gegen Landsmann David Ferrer aus – ausgerechnet am Australia Day.

 

Quellenangabe: Text www.diepresse.com, Bild www.diariohoy.net