Spanisch, die drittgrößte Sprache der Welt

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Nach Schätzungen der UNO wird Spanisch in zehn Jahren von knapp sechs Prozent der Weltbevölkerung gesprochen werden.


Nach Chinesisch und Englisch ist Spanisch die meistgesprochene Sprache der Welt. Knapp 340 Millionen Menschen unterhalten sich in Spanisch, in Englisch sind es gerade mal 200 Millionen mehr. Französisch sprechen nur 100 Millionen Menschen auf diesem Erdball. Immerhin 20 Länder Südamerikas und der Karibik haben Spanisch als offizielle Landessprache eingeführt. Außerdem wird Spanisch in ehemaligen Kolonien wie auf den Philippinen, auf den chilenischen Osterinseln oder in Teilen Marokkos gesprochen.

Mit dem Gastarbeiterstrom Ende  der 60er Jahre in andere, wirtschaftlich besser dastehende Länder, haben sich auch spanische Enklaven innerhalb Europas gebildet. In Italien, Frankreich, Deutschland, und Australien sind viele der spanischen Emigranten wohnen geblieben. Die Südamerikaner zieht es dagegen eher nach Nordamerika. Es wird geschätzt, dass in den USA im kommenden Jahrzehnt zwölf Prozent der Bevölkerung Spanisch sprechend sein werden. In Regionen wie Miami ist Spanisch bereits wichtiger als Englisch.

Kein Wunder, dass der hispanische Telekommunikations- und Medien-Markt  einer der derzeit am stärksten wachsenden ist. Spanische Blue Chips wie Telefonica und Terra, die Mexikaner mit Telmex und Televisa sowie die Amerikaner mit Yahoo und Starmedia kämpfen hart um die Marktanteile in der hispanischen Kommunikations-Welt.

„Spanisch erlebt derzeit eine große Festigungs- und Expansionsphase,“ sagt Fernando Rodriguez Lafuente, Direktor des Cervantes-Instituts in Madrid, ein Organismus, dessen Aufgabe die Verbreitung der spanischen Kultur in der Welt ist, „derzeit ist nicht abzusehen, in welche Richtung der Impuls geht.“ 500 Millionen Peseten hat die Telefonica-Stiftung gerade locker gemacht, um zusammen mit dem Cervantes-Institut für mehr spanische Seiten und eine breitere Verwendung des Spanischen im Internet zu sorgen.

Der Bedarf ist da. Denn hispanische Seiten wie starmedia.com, terra.com oder yahoo.es gehören bereits zu den meistbesuchten im Web. Ein Projekt dieses gemeinsamen Beschlusses ist deswegen die Kreation einer Suchmaschine, die den Nutzer zu jeder vorhandenen spanischen Seite im weltumspannenden Datennetz führen soll. Asunción Ansorena, Direktorin des Casa de América in Madrid, spricht bereits von einem „Krieg der Sprachen im Internet, den Spanisch nicht verlieren dürfte.“

Das scheint auch nicht zu passieren. Denn dass die die Sprache des Entdeckers  Columbus auf dem Vormarsch ist, zeigt auch die Bedeutung des Spanischen bei der internationalen Spracherziehung. In Frankreich hat Spanisch Deutsch längst als zweite Fremdsprache überholt. In Brasilien wird Spanisch jetzt als Pflichtfach an den Schulen eingeführt.

Auch in der Europäischen Kommission soll Spanisch wichtiger werden. Dass Deutsch die iberische Sprache gerade vom dritten Platz der europäischen Amtssprachen gedrängt hat, in der alle schriftlichen Kommunikationen verfasst werden, hat in Spanien zu scharfen Protesten geführt. Das Experiment läuft erst einmal für sechs Monate. Danach dürfte es neuen Wirbel geben. Denn nicht nur in Lateinamerika auch in Europa wollen die Iberen endlich mehr zu Sagen  haben.

 

 

Quelle: Institut de Cervantes und UN