Entwicklung in der Gesundheitsvorsorge

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Anderes wiederum liegt allein in seinen Händen und in seinem Entscheidungsspielraum. Die Zahl der Kurablehnungen wird erneut hochschnellen. Man wird eine Kur zukünftig nur noch nach bestimmten Diagnosen bekommen. Unabhängig davon kann man Kurmaßnahmen oder Kurzkuren aus eigener Tasche bezahlen. Der Wellnessbereich wird hingegen zügig ausgebaut und soll zukünftig auch den weniger Betuchten zur Verfügung stehen. Alles deutet darauf hin, dass es einen Boom in gesundheitlichem Selbstmanagement geben wird.

Eigenfinanzierte Vorsorge statt Kostenexplosion

Dank der letzten Gesundheitsreform zahlen die Kassen immer weniger für Prävention. Erst wenn man richtig krank ist, kann man auf Behandlung hoffen. Im Wesentlichen kostet einen aber auch das mehr – und genau darum wird man Vorsorge auch wichtiger nehmen müssen. Denn wenn man von den Krankenkassen zukünftig als Risikopatient eingestuft wird, weil man Übergewicht hat, Bungeejumping betreibt oder raucht, kann einen das am Ende dieser Entwicklung zu mehr Selbstverantwortung teuer zu stehen kommen. Kassen könnten einem beispielsweise eine Kostenbeihilfe verweigern, wenn sie denken, dass man die Krankheit oder den Zahnverfall selbst verschuldet hat. Chronischen Rückenschmerzen kann man heute mit mobiler Massage vorbeugen. Ergonomische Bürostühle und der regelmäßige Besuch eines Fitness-Studios tun ein Übriges. “Wellness at Home” wird der neue Begriff einer Zeit, in der wir mehr für unsere Gesundheit tun müssen. Die Mitgliedschaft in einem Sportverein oder einer Laufgruppe sind das Minimum dessen, was man tun kann. Selbst die Rentner von morgen müssen heute schon dafür sorgen, dass sie im Alter lange gesund und selbständig sein können. Angesichts von ins Uferlose schießenden Gesundheitskosten muss jeder sein Scherflein zur Kostendämmung beitragen. De facto bedeutet das, dass immer mehr Kosten für Präventivmaßnahmen auf den Patienten abgewälzt werden.

Eigenverantwortung wird wichtiger

Maßnahmen der Fettreduktion, Zahnprophylaxe, Anti-Aging-Maßnahmen oder Ernährungsberatung, wie unter www.ehealth2002.org vorgestellt, sind bereits heute weitgehend aus den Katalogen der Krankenkassen verschwunden. Nur noch in Sonderfällen oder bei Abschluss von entsprechenden Zusatztarifen zahlt die Kasse einen Teil. Zukünftig kann sie dies aber von bestimmten Vorleistungen abhängig machen. Die Präventivmedizin richtet sich jetzt schon auf eine neue Klientel aus. So bietet beispielsweise die Klink auf der Fleetinsel in Hamburg einen “Manager Check-up” an, den man selbstverständlich selbst bezahlt. Seine körperliche Leistungsfähigkeit kann man dort mit Leistungsdiagnostik feststellen lassen und anschließend verbessern. Auch die Betriebe müssen zukünftig umdenken. Betriebliche Alters- und Gesundheitsvorsorge werden ein wichtigeres Thema. Die Notwendigkeit eines verbesserten betrieblichen Gesundheitsmanagements wird unter Experten diskutiert. Investitionen in Maßnahmen der Gesundheitsförderung rechnen sich durch leistungsfähigere Mitarbeiter. Aber wer kann sich das leisten? Mittelständische und Kleinbetriebe definitiv nicht! Angeblich möchten moderne Arbeitnehmer selbst entscheiden, was sie in Gesundheitsdingen tun. Sie wollen behauptetermaßen nicht mehr von oben “gemanagt” werden. Dem entsprechend sind auch die bereits existierenden Präventionsangebote in internationalen Unternehmen freiwillig. Gesundheitsvorsorge besteht aber auch darin, weniger Chemikalien im Haushalt einzusetzen oder im Wohnbereich bekanntermaßen toxische Teppichkleber und Farben zu ersetzen. Gesunde und vitalstoffreiche Ernährung zur Vermeidung von Zivilisationserkrankungen wird ebenfalls vorausgesetzt. Regelmäßige Routinebesuche beim Arzt sind eben nur eine Seite der Medaille. Zusätzlich sollte man alle Früherkennungsmaßnahmen nutzen, die die Kassen noch zahlen. Regelmäßige Gesundheits-Checks stehen jedem Versicherten in regelmäßigen Abständen zu.

Fazit

Menschen werden dank moderner Medizin immer älter, die Weltbevölkerung steigt rasant. Klar ist, dass niemand die steigenden Kosten dafür auffangen kann. Nicht nur auf die Gesamtgesellschaft rollen neue Aufgaben zu, auch auf den Einzelnen. Der präventive und kurative Bereich wird zunehmend in die Hände des Patienten gelegt. Gesundheit ist kein Geschenk und keine Leistung anderer, sondern etwas, was man sich zum Teil erarbeiten kann. Bisher haben wir anscheinend einen Großteil unserer Eigenverantwortung allzu gerne an andere abgegeben.