EuroVegas – Madrid und Barcelona betteln um Mafia, Prostitution und Geldwäsche

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Madrid und Barcelona streitet darum, welche Stadt in Zukunft europäische Zentrum für Mafia, Prostitution und Geldwäsche werden darf.  Sollten Sie das jetzt für Polemik halten, weit gefehlt! In Spanien soll ein europäisches Las Vegas entstehen.

Die wenigen Fakten die man zu diesem Projekt kennen muss, sind schnell aufgelistet. Hier allerdings soll es darum gehen, was der Initiator von EuroVegas verlangt, um dieses Projekt in Spanien anzusiedeln – und nun werden Sie staunen.

Zuerst also die knappen Fakten

Die US-amerikanische Firma Las Vegas Sands des Multimillionärs Sheldon Adelson verspricht Investitionen von 18,8 Milliarden Euro bis 2022.  Damit sollen 164.000 direkte und 97.000 indirekte Arbeitsplätze geschaffen werden. Mit dem Projekt in Spanien will der Selfmademan, der von jüdischen Einwanderern aus der Ukraine abstammt und in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist, auch in Europa Fuß fassen.

Entstehen sollen:

  • 12 Hotels mit insgesamt 36.000 Betten
  • 6 Spielcasinos mit 1.065 Spieltischen und 18.000 Automaten
  • 9 Theater
  • 3 Golfplätze
  • 1 Auditorium mit 15.000 Sitzplätzen

Wirklich interessant wird es aber erst jetzt!  Las Vegas Sands stellt ganz offiziell folgende Bedingungen im Rahmen einer “tiefgreifenden Gesetzesreform”, mindestens für den territorialen Bereich für EuroVegas.

1.  Das Arbeitsrecht ändern, um die gewerkschaftlichen Vereinbarungen zu umgehen.

2.  Das Ausländerrecht ändern, um schnell und unbürokratisch Arbeitserlaubnisse zu bekommen.

3.  Zwei Jahre lang keine Sozialversicherung zahlen müssen.

4.  Zwei Jahre lang keinerlei Steuer zahlen müssen, weder an den Staat noch an Länder oder Gemeinden.

5.  Der Staat muss als Bürge für einen Kredit von 25 Mio. Euro auftreten.

6.  Direkte Anschlüsse für Autobahn, Metro, Nahverkehrszüge und den Superschnellzug AVE

7.  Alle Grundstücke müssen von Land und Gemeinden kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

8.  Dort befindliche Sozialwohnungen müssen auf Kosten des Staates umgesiedelt werden.

9.  Nötige  Enteignungsverfahren für Privat-Grundstücke müssen beschleunigt behandelt werden.

10.  Das Geldwäsche-Gesetz ist insoweit zu ändern, dass jeder Gast nur am Eingang des Casinos und beim Umtausch von Chips im Wert von mehr als 2.000 Euro identifiziert werden muss.

11.  Es muss ein Gesetz erlassen werden, das EuroVegas Exklusivität und Steuervorteile über zehn Jahre garantiert.

12.  Jugendliche (oder nicht-Volljahrige) und anerkannt Spielsüchtige müssen Zugangzerlaubnis zu den Casinos haben, in denen überdies geraucht werden darf.
Madrid hat Vorteile gegenüber Barcelona

Die Regionalregierungen von Madrid und Katalonien schickten bereits Delegationen nach Las Vegas und unterbreiteten dort ihre Kandidaturen. Nach dem “Casting” scheint Madrid im Vorteil zu sein, denn die Kandidatur von Barcelona hat aus Sicht der Amerikaner einen Schwachpunkt: Die katalanische Metropole hat für das Projekt einen Landstrich vorgesehen, der in unmittelbarer Nähe des Flughafens liegt. Und dort dürfen aus Gründen der Flugsicherheit keine Wolkenkratzer errichtet werden.

Genau das aber wollen die Amerikaner. “Für ein Hotel mit 3000 Zimmern braucht man 50 Stockwerke”, zitierte die Zeitung “El Periódico” den Multimilliardär. Madrid ist den Katalanen auch in einem anderen Punkt voraus: Die Hauptstadt verfügt über die besseren Flugverbindungen in alle Welt.

Allerdings weist auch die Madrider Kandidatur eine Schwachstelle auf: Die vorgesehene Fläche liegt in der Nähe der größten Müllkippe von ganz Spanien. Barcelona wirbt dagegen mit seiner Lage am Meer und führt ins Feld, dass die katalanische Metropole Millionen von Touristen anzieht und einer der bedeutendsten Anlegehäfen für Kreuzfahrtschiffe ist.

“Ein Land der Kellner und der Prostituierten”

Allerdings rührt sich in beiden Städten auch Widerstand gegen das Mega-Projekt. Die Gegner, darunter Umweltschützer und Anhänger der Bewegung der “Empörten”, schlossen sich zur Plattform “Eurovegas No” zusammen. “Während Länder wie Deutschland in Innovation investieren, bleibt Spanien mit einem Vorhaben wie ‘Eurovegas’ ein Land der Kellner und der Prostituierten”, meinte ein Sprecher.

Spanien hat mit großen Vorhaben der Freizeitbranche nicht gerade gute Erfahrungen gemacht. In den vergangenen Jahrzehnten waren Vergnügungsparks bei Tarragona, Benidorm, Madrid und in Sevilla entstanden. Mit Ausnahme von Port Aventura bei Tarragona machten alle Millionenverluste und wurden zu einer Belastung für die Steuerzahler.

Vor gut vier Jahren wollte eine Gruppe von Anlegern schon einmal ein “europäisches Las Vegas” in der Form eines riesigen ägyptischen Tempels errichten. In einem wüstenähnlichen Gelände bei Saragossa sollten dafür 17 Milliarden Euro investieren werden. Der Beginn der Wirtschaftskrise machte dem Vorhaben ein Ende, noch bevor der erste Spatenstich getan war.

 

 

Quelle: Uhupardo und Madrid fuer Deutsche