Mallorca leidet unter der Krise

Auch wenn Immobilien-Makler auf Mallorca das gerne anders darstellen; Die Balearen leiden unter der wirtschaftlichen Krise des Landes genauso wie der Rest Spaniens. Arbeitslosigkeit, Korruption und Schattenwirtschaft haben den Regierungshaushalt stark belastet. Balearen-Chef José Ramón Bauzá musste am Freitag ebenfalls 355 Mio. Euro Hilfe vom spanischen Staat beantragen.

Alles Gründe, warum die Balearen unter den Reichen schon lange nicht mehr als gute Investition gelten. Sie werden mit dem zwangsläufig von Schulden, Pleiten, Korruption und wenig Transparenz geprägten Image Spaniens in Verbindung gebracht. Auch die mallorquinische Urlaubsindustrie ist von der spanischen Krise stark in Mitleidenschaft gezogen worden in den vergangenen Monaten.

Die Tatsache, dass die Balearen gemäß neuster statistischer Daten am meisten unter dem zurückgehenden heimischen Tourismus leiden, hat auch einen negativen Effekt auf den Immobilienmarkt, der auf den Balearen vor allem von Urlaubswohnungen und Häusern geprägt ist. Nicht nur in Palma geht es weiter runter mit den Preisen. Gemäß der spanische offiziellen Statistik INE sanken die Quadratmeterpreise auf der Inselgruppe um knapp 8 Prozent im dritten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahr:

Grund: Inzwischen übersteigt das Wohungsangebot auf Mallorca eindeutig das Interesse. “Das gilt vor allem für den Massenmarkt”, weiss der für Immobilienrecht zuständige Anwalt Tim Wirth. Die Hotels auf den Balearischen Inseln verlieren gemäss der Daten der INE und des Portals hot.es zusammen jede Nacht 5 Millionen Euro wegen leerstehender Betten. Insgesamt bleiben in Spanien derzeit 700 000 Zimmer pro Nacht ohne Gast. Für den Markt für Ferienwohnungen bedeutet das einen ebenso starken Einbruch. Das Immobilienbüro First Mallorca verzeichnet aber immer noch die Deutschen als stärkste Fans der Insel, was auch daran liegen mag, dass diese derzeit von niedrigen Zinsen und einer noch leicht wachsenden Wirtschaft profitieren. Ihre Marktführerschaft gilt für den Kauf- und den Mietmarkt, wo sie nach einer Langzeitstudie von First Mallorca fast 50 Prozent der Kunden ausmachen .

Betrachtet man die Immobilien-Verkäufer stehen die hochverschuldeten Spanier ganz oben:

Spanien 32,98 %
Großbritannien 27,83 %
Deutschland 26,80 %
Schweden 4,12 %
Dänemark 2,06 %
Irland 2,06 %
Schweiz, Finnland, Niederlande & Luxemburg 4,15 %

Der durchschnittlicher Mietpreis pro Immobilie bei First Mallorca beträgt rund 3.000 €. Bei den Vermietern stehen die Briten vorne:

Großbritannien 36,59 %
Deutschland 18,30 %
Spanien 35,38 %
Schweden 2,45 %
Frankreich, Schweiz, USA, Italien, Russland, Norwegen 7,28 %
Nationalitäten der Mieter
Deutschland 47,57 %
Großbritannien 14,64 %
Schweiz 7,32 %
Spanien 6,10 %
Österreich 4,88 %
Niederlande 4,88 %
Schweden 2,44 %
Frankreich 2,44 %
Bulgarien 2,44 %
Russland 2,44 %
Lettland, Dänemark, USA, Ukraine 4,85 %
“Eine wirkliche Besserung der Aussichten ist in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten”, sagt Wirth. Sollte Spanien jedoch unter den Europäischen Rettungsschirm gelangen, könnte das zumindest das Geschäft mit den Spaniern auf Mallorca ankurbeln.
von Stefanie Claudia Müller, Madrid